Rechteck
Quadrat

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Rechteck

Gebäude, in denen wir wohnen und arbeiten, sind überwiegend durch rechteckige Wände bestimmt. Die Steine, mit denen gebaut wird, haben durchweg rechteckige Begrenzungslinien. Eingepackt wird in rechteckige Kartons. Die meisten Zeichen- und Darstellungsflächen sind Rechtecke. Die einfache und prägnante Form des Rechtecks hat in unserem Alltag eine große Bedeutung.

Wenn sie auf die Hilfsmittel-Palette schauen, entdecken sie auch hier ein Werkzeug für Rechtecke. Falls ihnen dieses Werkzeug noch ganz unbekannt ist, probieren sie es erst aus. Erproben sie die Kombination des Rechteck-Werkzeuges mit <Umschalttaste> und <Strg> und der Kombination beider Tasten.

Betätigen sie die <Umschalttaste> verändert CorelDraw scheinbar das Rechteck. Was eigentlich passiert ist, dass CorelDraw vom Rechtecktmittelpunkt und nicht mehr von einer Außenkante her zeichnet. Am besten überprüfen sie das, wenn sie das Zeichenkreuz exakt über einen Gitterpunkt platzieren, die <Umschalttaste> betätigen und ein Rechteck zeichnen.

Sie werden merken, dass sie mit ihren bisherigen Erfahrungen für dieses Werkzeug keine gesonderte Anleitung benötigen. Versuchen sie deshalb die Anordnungen der oberen Reihe in der folgenden Abbildung Gestalten ohne Anleitung nachzuzeichnen..

Bild 2.30 Gestalten mit Rechtecken

Wenn sie die <Strg>-Taste betätigen, zeichnet CorelDraw Quadrate. Wenn sie trotz hinzugenommener <Strg>-Taste schliesslich doch ein Rechteck auf Ihrer Zeichenfläche konstruiert haben, dann haben sie die Kombinationsfolge der Tasten nicht beachtet. Um mit dem Rechteck-Werkzeug eine quadratische Form zu zeichnen, müssen Sie beim Zeichenabschluss erst die Maustaste und danach die <Strg>-Taste loslassen.

Die räumliche Anordnung der Rechtecke wurde von mir ganz bewusst so dargestellt, um sie auf ein weiteres wichtiges Wahrnehmungsphänomen aufmerksam zu machen. Obwohl es sich bei den abgebildeten Figuren nur um eine scheinbar beliebige Zusammenstellung von Rechtecken und Quadraten handelt, ist es nicht schwer für sie, vier Figurenkomplexe auf der gesamten Arbeitsfläche zu unterscheiden.
Es ist sofort zu erkennen, dass die einzelnen Rechtecke nach unserem Empfinden Gruppen bilden, die sich klar von einander unterscheiden. Besonders in der linken Anordnung können sie schnell sehen, dass die Quadrate alle gleich groß sind.

  • Es bringt uns nicht mehr an Informationzuwachs, wenn wir nur die gleichen Quadrate betrachten. Aus diesem Grunde richten wir unsere Aufmerksamkeit nicht mehr auf ein einzelnes Quadrat, sondern auf die Kombination der Quadrate, die durch diese Anordnung dargestellt wird. Das gilt auch für alle anderen Gruppierungen dieser Abbildung.

Allen dargestellten Formengruppen ist gemeinsam, dass sie sich aus formgleichen Objekten zusammenstellen. Das Ordnungsprinzip, das wir in unserer Wahrnehmung anwenden, beruht darauf, dass wir Objekte mit gleichen Formen in einen optischen Zusammenhang bringen und daraus eine neue optische Kombination bilden.

  • Dieser Vorgang verdeutlicht uns ein wichtiges Wahrnehmungs-phänomen:
    Wir sind geneigt, optisch gleiche Elemente in unserer Wahrnehmung zu einer Gruppe, einer neuen Gestalt zusammenzufassen.
  • Das Wahrnehmungsphänomen gibt ihnen die gestalterische Möglichkeit mit optisch gleichen Elementen beliebige neue Formvarianten, Gruppierungen zu entwerfen.
  • Dieses Wahrnehmungsphänomen wird als Gesetz der Gleichheit bezeichnet.

Dieses Wahrnehmungsgesetz müssen sie nicht lernen. Wir verhalten uns im Betrachten unserer Umwelt automatisch entsprechend dieser Gesetzmäßigkeit. Was sie wohl lernen können ist, diesen Zusammenhang in Ihrer Arbeit bewusst einzusetzen. Sie sollten sich auch selbst verdeutlichen, wie sie dieses Wahrnehmungsgesetz täglich anwenden.

    Anleitung: Um mehr von der praktischen Wirkung zu erfahren, zeichnen sie jeden Tag etwa fünf bis zehn Minuten ein Bild mit nur einem Form-Element. Wichtig dabei ist, dass sie in der ersten Zeit mehr spielerisch vorgehen, um so mit möglichst vielen verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten in Berührung zu kommen. Die Übung halten sie solange durch, bis sie merken, dass sich Ihre Möglichkeiten erschöpfen, das Zeichnen nur noch Mühe und keine Freude mehr macht

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