elementare
Formen

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Elementare Formen

Als besondere Art des Rechteckes fasziniert das Quadrat immer schon die Menschen. Das Quadrat ist ein Prototyp für Symmetrie und wird damit auch zum Sinnbild von Unveränderlichem. Häufig wird es als Sinnzeichen für die irdische Welt und deren Begrenzung verwendet. Es bringt je nach Betrachter verschiedene Assoziationen hervor. Häufig wird mit einem Quadrat verbunden:

    statisch, stabil, ausgeglichen, unbeweglich, träge, standfest, neutral, massiv, defensiv, wuchtig, kompakt.

Das Quadrat wirkt richtungsneutral und harmonisch. Durch jede Formveränderung wird das Viereck in eine Spannung versetzt.

Sobald das Quadrat zum Rechteck wird, verliert es einige dieser Eigenschaften. Die Seiten des Rechtecks sind nicht mehr gleich. In der Differenz von Höhe und Breite wird sofort eine bestimmte Intention vermutet, die der Betrachter einzuordnen versucht. Überschreitet das Maß der Länge mehr als die Hälfte der Breite eines Rechteckes, dann haben wir je nach optischem Zusammenhang das Gefühl, anstelle des Rechtecks ein Brett, einen Balken oder eine Säule zu sehen. Die linken Vierecke im nehmen wir noch deutlich als Rechtecke war, die rechten Beispiele erwecken schon andere Vorstellungen.

Bedeutend für unsere Wahrnehmung ist nicht nur die Länge und Breite eines Rechtecks. Ebenso ruft der vertikale und horizontale Aspekt in uns unterschiedliche Empfindungen und Vorstellungen wach. 10 m hoch können wir schlechter abschätzen als 10 m weit. So werden sie die schmalen Rechtecke auf der rechten Seite im Bild bestimmt länger einschätzen. Vergleichen Sie das schmale mehr senkrechte Rechteck optisch mit dem schmalen waagerechten Rechteck in der rechten unteren Bildhälfte. Obwohl das waagerechte Rechteck fast 1cm länger ist, erscheint es uns kürzer als das senkrechte Rechteck.

Das liegt an unserer Wahrnehmung, an der Erfahrung mit beiden Richtungen. Die vertikalen und senkrechten Distanzen wirken anders auf uns

  • Während wir horizontale Strecken meist gut überwinden können, bilden vertikale Veränderungen, Höhenänderungen immer etwas Schwieriges, manchmal Bedrohliches, Unüberwindbares für uns.
  • Führt die vertikale Veränderung noch nach unten in die Tiefe, haben wir Angst hinabzufallen.
  • Aus der Höhe, von oben empfinden wir uns durch Herabfallendes bedroht. Wir haben Angst, dass uns etwas auf den Kopf fällt. Unsere wichtigste Schaltzentrale, das Gehirn wird mehr durch etwas aus vertikaler Richtung, von oben als aus horizontaler Richtung bedroht.
  • Wir messen deshalb dem Vertikalen eine bedrohlichere Bedeutung zu als dem Horizontalen.
  • Wer höher ist, ist grösser, hat mehr Macht und Einfluss, zu dem muss man aufschauen.
  • Alles Machbare liegt für uns mehr in der Horizontalen,
  • alles was geschieht, auf das wir weniger Einfluss haben, liegt und erwarten wir in der Vertikalen.
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