Axonometrie

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Axonometrie

Mit Polygonen lassen sehr schnell räumliche Eindrücke erstellen. Obwohl es sich nur um Duplikate der im unteren Teil dargestellten Linienzüge handelt, wirkt die Figur im oberen Teil räumlich. Wenn sie genau hinsehen, ändert sich immer wieder der räumliche Eindruck, als ob sich die Ebenen plötzlich verschieben.

CorelDraw hat eigene Funktionen für perspektivisches Verzerren und räumliches Austreiben. In dem sie diese Funktionen ohne das nötige Wissen anwenden, macht Ihre Grafik erst einmal vielleicht einen guten Eindruck. Bei genauem Hinsehen erkennt ein Graphiker auf den ersten Blick, dass sie zwar graphische Werkzeuge zur Verfügung haben, letztlich von den graphischen Zusammenhängen doch nicht viel verstehen.
Es haben sich für die räumliche Darstellung einige parallele Projektionen als günstig herausgestellt. Aus diesem Grunde sollten sie die kommenden Anweisungen gut durcharbeiten, damit sie wissen, wie sich die einzelnen Projektionen mit Polygonen konstruieren lassen. Eine der einfachsten und wirkungsvollsten räumlichen Darstellung ist die Axonometrie. Axonometrische Zeichnungen sind deshalb so beliebt, weil sie schnell eine räumliche Illusion erwecken.

Für eine räumliche Konstruktion werden immer drei unabhängige Zeichen- bzw. Raumachsen benötigt. Das sind die Achsen für Länge, Breite und Tiefe eines Körpers. Dabei ist wichtig, dass zwei Achsen immer einen rechten Winkel zueinander bilden, während die dritte Achse die dritte Dimension darstellt.

Bild 2.15: Grundrissdrehung eines Körpers

Bei der genormten axonometrischen Projektion werden Linien nur in den Richtungen Senkrecht, Waagerecht oder im 45° Winkel, d.h. diagonal, zugelassen. Diese drei Linienrichtungen wirken sich optisch wie Raumachsen aus und erwecken deshalb auch schnell eine räumliche Illusion.

Bild 2.16: Räumliche Darstellung mit Hilfe der Axonometrie

    Hinweis: Die räumliche Illusion wird noch durch das Wahrnehmungsphänomen verstärkt, dass Parallelogramme grundsätzlich vom Betrachter meist als räumliche Anordnung gesehen werden.

 In der Axonometrie ist die räumliche Illusion die Grundlage für einen weiteren optischen Effekt. Wenn Sie die Würfelkette in der rechten oberen Hälfte der Abbildung betrachten, kippen die Bilder in Ihrer Wahrnehmung. Kippen heißt, mal glauben Sie in den Würfel hinein zu schauen, mal glauben Sie den Boden des gleichen Würfels zu sehen. Ohne eine helfende Schattierung ist es nicht möglich, einen eindeutigen Eindruck vom räumlichen Zustand des Würfels zu behalten. Ein Bild in dieser Art der Darstellung kippt immer wieder in Ihrer Vorstellung zwischen Vogel- und Froschperspektive hin und her und heißt deswegen Kippbild.

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